Bruno Wermuth

Systemische Einzel-, Paar- und Sexualberatung
Sexuelle Bildung
Shiatsu

Liebe

Es ist unmöglich, den Begriff Liebe differenziert und umfassend zu definieren. Die nachfolgenden Zitate sind Fundstücke aus meinem Leben. Sie sind als Versuch einer Annäherung an ein letztlich unergründliches Phänomen zu verstehen.

«Die Geschichte lehrt (…), dass es die viel beschworene „eine“ Liebe zu keiner Zeit gab. Es gab eine als Verliebtheit bezeichnete Vereinigungsliebe. Es gab eine als Ehe bezeichnete Partnerliebe. Und es gab eine als Freundschaft bezeichnete Wesensliebe. Es gab also (und gibt!) drei verschiedene Liebesformen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen»
– Michael Mary

«Auch in meinem Verständnis beruht Liebe nicht in der Befriedigung definierter Bedürfnisse, sondern ist ein Prozess des Werdens, ein Prozess der Entwicklung zweier Menschen in der Wechselwirkung ihrer Beziehung, eine Koevolution. In der Liebe stellen zwei Menschen sich wechselseitig die Erfüllung und Verwirklichung ihrer tiefsten Sehnsüchte in Aussicht. Doch die angebotenen Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung bleiben eingeschränkt durch die unausweichlichen Begrenzungen der wechselseitigen Verständigung und Ansprechbarkeit. Das Ringen um die Verständigung und das Aufrechterhalten der Hoffnung, trotz Unvollkommenheit ihrer Erfüllung, sind wesentliche Qualitäten der Liebe.»
– Jürg Willi

«Wo die Liebe herrscht, da gibt es keinen Machtwillen, und wo die Macht den Vorrang hat, da fehlt die Liebe»
– C. G. Jung

«Was bedeutet Liebe für die meisten von uns. Was meinen wir, wenn wir sagen, dass wir jemanden lieben? Wir meinen, dass wir diesen Menschen besitzen. Und aus diesem Besitzdenken entsteht Eifersucht, denn was ist, wenn ich ihn oder sie verliere? Ich fühle mich innerlich leer, verloren. Deshalb legalisiere ich das Besitzdenken, ich halte ihn oder sie. Dieses Festhalten der anderen Person, dieses Besitzenwollen bringt natürlich Eifersucht, Angst und die unzähligen Konflikte mit sich, die sich aus dem Besitz ergeben. Jemanden besitzen zu wollen, ist zweifellos keine Liebe (…). Sie können Liebe nicht „erdenken“, nicht erlernen und nicht praktizieren. Das Praktizieren von Liebe findet immer noch innerhalb der Grenzen des Denkens statt, und deshalb ist es keine Liebe. Wenn das alles aufgehört hat, kommt die Liebe zum Vorschein; dann werden Sie wissen, was es bedeutet zu lieben. Dann ist Liebe nichts Quantitatives, sondern eine Qualität. (…) Wenn Sie lieben, gibt es nicht den Einen oder die Vielen: Es gibt nur Liebe»
– J. Krishnamurti

«Liebe und Schmerz kennen die Beschränkung der Schönheit nicht. In den Abgründen der Ozeane blühen Blumen wie in einem Alpenfrühling. Berge und Meere sind eins»
– Kazuo Ōno, Butō Meister