Bruno Wermuth

Systemische Einzel-, Paar- und Sexualberatung
Sexuelle Bildung
Shiatsu

Presse | Publikationen

Medienarbeit

seit 2008Beratungsrubrik «Doktor Sex», Interviews und Artikel zu Sexualität, Liebe und Beziehung für 20 Minuten (Print und Online)

2011 - 2013Experte in der Sendung Joizone LOVE auf dem Jugendsender joiz

2008Fachmann im DOK-Film «Kinder schauen Pornos – Eltern schauen weg», Schweizer Fernsehen srf

seit 2008In loser Folge selbst verfasste Beiträge in der Männerzeitung

2007Fachmann in der Sendung Input: «Pornos und Pickel – vom Umgang Jugendlicher mit Pornographie», Schweizer Radio srf3 zum Thema

seit 2003Interviews, Kommentare und Stellungnahmen zu Liebe, Beziehung, Sexualität und Sexualpädagogik in überregionalen und regionalen Print- und Onlinemedien (Sonntags Zeitung, Beobachter, Berner Zeitung, Der Bund, Aargauer Zeitung, Tages Anzeiger, 20 Minuten, Migros Magazin usw.) und Fachzeitschriften (wir eltern, Nido).

seit 2003Experte in diversen TV- und Radiosendungen (u. A. Club, Ratgeber, Treffpunkt, Kontext, HörPunkt)

Publikationen

2012Bruno Wermuth & Markus Theunert: «Das Sexuelle ist politisch: Grundlagen einer Sexualpolitik aus Männersicht», in: Theunert (Hrsg.), Männerpolitik, Springer Verlag, 2012

2012Online-Studie zum Sexualverhalten der Schweizer Bevölkerung für 20 Minuten Online in Zusammenarbeit mit der Universität Bern und dem Institut LINK

2008 - 2009Co-Autor der Broschüre «Sexualerziehung bei Kleinkindern und Prävention von sexueller Gewalt». Kinderschutz Schweiz und Verein Mütter- und Väterberatung (Hrsg.), 2009 Die Bröschüre ist aktuell vergriffen, kann aber über diesen Link als pdf-Datei heruntergeladen werden

2007Umfrage zum Pornografiekonsum von Jugendlichen, Stiftung Berner Gesundheit

Zu Sexualität

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Gesundheit

Gesundheit und Krankheit sind beobachterabhängige Konstrukte. Je nach Standpunkt und Wertehintergrund des Beobachters, können sich die Wahrnehmungen dessen, was gesund und krank ist, stark voneinander unterscheiden. In anderen Worten: Letztlich kann nur der einzelne Mensch für sich selbst entscheiden, ob er sich gesund oder krank fühlt.

«Gesundheit ist ein Zustand der inneren Angemessenheit und der Übereinstimmung mit sich selbst» (Hans-Georg Gadamer).

Faktoren und Umstände, die – unter anderen – die Gesundheit wesentlich beeinflussen, sind:

  • Lieben zu können und zu lieben
  • Geliebt zu werden und dies zulassen zu können
  • Tragfähige und lebendige Beziehungen einzugehen und zu leben
  • Selbstachtung
  • Selbstvertrauen
  • Selbstwirksamkeit
  • Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • Sexualität (oder deren gelingende Sublimierung) und Körperlichkeit selbstbestimmt zu leben
  • Geschlechtlichkeit selbstbestimmt zu leben

Definitionen

«Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen» (World Health Organization, WHO).

«Sexuelle Gesundheit ist untrennbar mit Gesundheit insgesamt, mit Wohlbefinden und Lebensqualität verbunden. Sie ist ein Zustand des körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität und nicht nur das Fehlen von Krankheit, Funktionsstörungen oder Gebrechen. Sexuelle Gesundheit setzt eine positive und respektvolle Haltung zu Sexualität und sexuellen Beziehungen voraus sowie die Möglichkeit, angenehme und sichere sexuelle Erfahrungen zu machen, und zwar frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt. Sexuelle Gesundheit lässt sich nur erlangen und erhalten, wenn die sexuellen Rechte aller Menschen geachtet, geschützt und erfüllt werden» (World Health Organization, WHO).

Onlineberatung

In der Hektik eines dicht gedrängten Arbeits- und Familienalltags ist es oft schwierig, auch noch ein Zeitfenster zu finden für die Einzel- oder Paarberatung, das mit den Arbeitsplänen und der Kinderbetreung vereinbar ist. Um Ihnen trotzdem zu ermöglichen, sich selbst und der Beziehung Aufmerksamkeit zu schenken, biete ich auch Onlineberatung an.

Alles was sie brauchen ist ein Smartphone oder einen Computer, etwas Software in Form von Apps bzw. Programmen, und – falls nötig – eine Türe, die geschlossen werden kann, so dass Sie für einen Moment Ruhe haben vor den Ansprüchen, die von der Umwelt an Sie gestellt werden könnten.

Ich berate Sie per Mail oder SMS bzw. Chat schriftlich und via Skype, Apple Facetime und Whatsapp in Form einer Videokonferenz. Letztere beide sind End-zu-End verschlüsselt, bei Skype ist der Datenschutz eher nicht sauber gewährleistet. Egal welchen Zugang Sie wählen: Seien Sie sich bewusst, dass Sie im Netzt unterwegs sind und verhalten sie sich mit der notwendigen Vorsicht..

Ich bin bereit – sind Sie es auch? Jetzt braucht es nur noch einen kleinen Schritt von Ihrer Seite: Schreiben Sie mir eine Nachricht über das Kontaktformular auf der Webseit und ich melde mich bei Ihnen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Falls Sie einfach gemeinsam mit mir ein Paar-Kommunikationstraining absolvieren oder sich auf eine Visionssuche machen möchten, um der Beziehung wieder einen Sinn und eine Richtung zu geben: Auch mein Angebot «Paareszeiten» kann online stattfinden. Hier können Sie den Flyer herunterladen und sich über die Details informieren.

Paarberatung

Wir alle werden im Lauf des Lebens mit Veränderungen konfrontiert. Einige treffen uns unvorbereitet und mit einer Heftigkeit, die überfordert. Andere vollziehen sich zwar langsam, aber mit einer Intensität, die uns bis zum Äussersten belastet.

Krisen stellen unsere Beziehungen und Lebenskonzepte infrage – all das, woran wir bisher glaubten, was wir als wichtig und richtig erachteten. Manchmal geschieht dies mit einer Radikalität, die Angst macht.

In solchen Situationen kann es hilfreich und unterstützend sein, inne zu halten, zu reden, Wünschen Raum zu geben, sich und die eigene Lebenssituation kritisch zu hinterfragen, über Sinnfragen nachzudenken, Visionen zuzulassen und Lösungen zu (er-)finden – mit dem Ziel, am Schluss aus der eigenen Mitte heraus und mit neuer Kraft mutig neue Wege zu gehen.

Aber nicht jede Herausforderung mündet in eine Krise, die einen längeren Beratungsprozess erfordert. Oft will man sich auch nur ein paar Inputs holen, gemeinsam mit der Unterstützung einer Fachperson eine herausfordernde Beziehungssituation besprechen oder sich neue Werkzeuge für den Umgang im Paar- und Familienalltag zu erarbeiten. Dafür eignet sich mein Angebot «Paareszeiten». Hier können Sie den Flyer herunterladen und sich über die Details informieren.

Systemische Paarberatung

Systemische Paarberatung versteht Symptome als Ausdruck von zwischenmenschlichen und strukturellen Konflikten. Ihr Ziel ist es, Prozesse in Gang zu bringen, indem sie Kräfte und Möglichkeiten aktiviert und unterstützt, die im System des Paares beziehungsweise des einzelnen Partners | der einzelnen Partnerin zwar enthalten aber (noch) nicht entdeckt und bewusst gemacht worden sind. Paarberatung kann auch als begleiteter Lernprozess gesehen werden.

Zielgruppen

Ich berate alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Religionszugehörigkeit, Bildungsniveau, sozialem Status, politischen Überzeugungen und sexuellen Vorlieben.

Ich verfüge auch über spezifisches Wissen im Umgang mit den besonderen Herausforderungen, mit denen Menschen konfrontiert sind, die von einer Autismus- Spektrum-Störung (ASS) betroffen sind und in einer Beziehung leben bzw. deren Partner*Innen.

Meine Dienstleistungen können auch von Einzelpersonen in Anspruch genommen werden.

Meine Arbeitsweise

Ich arbeite lösungs- und prozessorientiert und begleite Sie in einem definierten Zeitraum und mit einem definierten Ziel auf der Suche nach Lösungen, die zu Veränderungen führen.

Themen und Inhalte

Nachfolgend eine Auswahl von Themen und Inhalten, zu denen ich in den vergangenen Jahren Paare beraten habe:

  • Wir haben uns nichts mehr zu sagen
  • Wir missverstehen uns oft, streiten häufig und machen uns Vorwürfe
  • Wir haben uns auseinander gelebt
  • Wir haben keine gemeinsame Vision und keine gemeinsamen Ziele | Unsere Lebenseinstellungen sind gänzlich verschieden
  • Wir sind auf der Suche nach einer gemeinsamen Spiritualität
  • Wir möchten uns trennen
  • Probleme beim Sex
  • Reden über Sex
  • Ich will mehr Sex als sie | Sie will mehr Sex als ich
  • Ich will anderen Sex als sie | Sie will anderen Sex als ich
  • Unser Sexualleben ist eintönig und leidenschaftslos
  • Sex in der Schwangerschaft und | oder nach der Geburt
  • Veränderte Sexualität durch Krankheit, Unfall oder Operationen
  • Sexsucht
  • Pornokonsum
  • Sexuelle Dienstleistungen
  • Seitensprung | Affäre | Aussenbeziehung

Honorar

Der telefonische oder schriftliche Kontakt für die Anmeldung und die Vorbereitung des Erstgesprächs sind kostenlos.

Eine Paarberatung in der Praxis oder online dauert 80-90 Minuten und kostet Fr. 180.— . Reduktionen sind nach Absprache möglich. Länger dauernde Sitzungen werden pro angebrochene fünf Minuten zum Ansatz von Fr. 10.— verrechnet.

Schriftliche und | oder telefonische bzw. Onlineberatungen zwischen den Sitzungen, werden nach Aufwand zu einem Tarif von Fr. 45.— pro angebrochene Viertelstunde verrechnet.

Die Bezahlung des geschuldeten Honorars erfolgt jeweils gleich nach dem Beratungsgespräch in bar, bei Online-Beratungen via E-Banking. Das Honorar kann nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Anmeldung | Terminabsagen

Anfragen, Anmeldungen und Terminvereinbarungen sind telefonisch oder über das Kontaktformular auf der Website möglich. Ihre Angaben werden ausschliesslich von mir persönlich gelesen und beantwortet.

Die Beratungen finden, je nach Bedarf und Ausgangslage, einmalig oder – bei Beratungsprozessen – in Abständen von ca. zwei bis ca. vier Wochen und üblicherweise in meiner Praxis in Bern oder Zürich statt. Auf Wunsch ist es auch möglich, mich ausserhalb der Praxis zu treffen oder mein Online-Beratungsangebot zu nutzen.

Bereits vereinbarte Termine können telefonisch, per Mail, Kontaktformular auf der Website oder SMS abgesagt werden. Bei Absagen zwischen 48 und 24 Stunden vor dem vereinbarten Termin sind 50% des Honorars geschuldet, danach wird der volle Betrag verrechnet.  Nach Eingang Ihrer Absage erhalten Sie von mir eine Bestätigung per Mail oder SMS.

Beratungsverständnis

Lebens- und Beziehungskrisen sind keine Krankheiten, sondern Stufen auf dem Entwicklungsweg jedes Menschen. Beratung ist daher auch keine Therapie und in der Beratung wird niemand behandelt. Behandlung basiert auf einem Konzept von «richtig» und «falsch», «gesund» und «krank». Für einen Arzt mag dieses Konzept stimmen. Für die Einzel- und Paarberatung eignet es sich nicht, da Lebens- und Beziehungsformen hoch individualisiert, bunt und genauso vielfältig sind, wie die Menschen, die sich darin ausdrücken.

Meine Rolle als Berater

Ich verstehe mich nicht als Mechaniker, der Menschen und Beziehungen ausbeult und neu lackiert, so dass alles wieder ist wie früher, sondern als Gegenüber in einem ergebnisoffenen Dialog.

Oft verbirgt sich hinter «Nicht-Können» ein «Nicht-Wollen» oder «So-Nicht-mehr-Wollen», in anderen Worten: Das unbewusste oder unausgesprochene Bedürfnis, etwas zu verändern, das Leben anders – neu – zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund bin ich Expeditionsleiter und Moderator, der Menschen unterstützt: In ihrem Prozess des Erkennens von unbewussten Motivationen und biografischen Stolpersteinen, im Aufdecken von einengenden Werthaltungen und hinderlichen Konzepten, im (Er-) Finden von neuen Lebensentwürfen und unbekannten Wegen.

Die Rolle der Klientin | des Klienten

Menschen, die sich in einer Krise befinden und aus diesem Grund Beratung aufsuchen, sind aus meiner Sicht Entdecker und Erfinder im Raum zwischen «nicht mehr» und «noch nicht». Sie befinden sich in einer kreativen Auszeit. Der Beratungsprozess dient ihnen als Experimentierfeld, um sich selber Fragen zu stellen und andere, neue Möglichkeiten zu entdecken.

Auf diesem Weg in neue Welten, können die nachfolgenden, von der Familientherapeutin Virginia Satir (1916 – 1988) formulierten, «Fünf Freiheiten» als Kompass dienen:

  • Ich habe die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was für mich im Moment wirklich ist, anstatt was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.
  • Ich habe die Freiheit, das auszusprechen was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.
  • Ich habe die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
  • Ich habe die Freiheit, um etwas zu bitten was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
  • Ich habe die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.

Datenschutz

Meine Tätigkeit ist der gesetzlich geregelten Schweigepflicht unterstellt. Ohne eine ausdrückliche und schriftliche Entbindung von meinem Berufsgeheimnis, werde ich keine Informationen an Dritte weitergeben (z.B. Behörden, Anwälte, Arbeitgeber, Medien, Forscher, Verwandte usw.), die mir in meiner Rolle als Berater zugänglich gemacht worden sind. Ich kann auch nicht als Zeuge und Auskunftsperson in einem Scheidungsverfahren zur Auskunft gezwungen werden.

Sexualität

Sexualität ist mehr als sexuelles Handeln, mehr als Lustbefriedigung und Spannungsabbau, mehr als die Kommunikation von Körpern und der Austausch von Säften. Sexualität ist eine anarchische Kraft, eine Energie, die den ganzen Menschen bewegt. Sie kann berühren, beglücken und beseelen, sie kann aber auch erschüttern, überfordern und verletzen.

Die Sehnsucht nach lustvollen und erfüllenden sexuellen Begegnungen, nach der leidenschaftlichen Verschmelzung mit einem geliebten Menschen, beinhaltet auch die Sehnsucht nach einer Wirklichkeit, die das sinnlich Wahrnehmbare übersteigt. Sexualität beinhaltet also auch einen spirituellen oder transzendenten Aspekt.

Sexuelle Störungen sind oft ein Spiegel für Störungen in Beziehungen. Dies kann die Beziehung zu sich selbst, also zum eigenen Körper, zur eigenen Identität und zum eigenen Sein betreffen, aber auch die Beziehung zu einem Partner | zu einer Partnerin oder die Beziehung zur Umwelt.

Begriffsdefinition

Der Begriff „Sexualität“ stammt etymologisch vom Wort „sexualis“ ab, das „zum Geschlecht gehörig“ bedeutet.  Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verwendete ihn zuerst Goethe und später auch August Henschel zur Unterscheidung von männlichen und weiblichen Pflanzen. Innerhalb weniger Jahrzehnte fand er Eingang in die Beschreibung menschlicher Zweigeschlechtlichkeit und ab 1880 wurde von der „Sexualität des Menschen“ gesprochen. Damit war aber nicht mehr nur die Zuordnung zu einem bestimmten Geschlecht gemeint, sondern auch das Sexualverhalten.

Im Zuge einer zunehmenden Schamhaftigkeit, verschwanden im Übergang zur Moderne viele, teilweise seit dem Mittelater existierende Begriffe zur Bezeichnung sexueller Handlungen oder von Erotik, Lust und Begehren. An ihre Stelle trat „Sexualität“ als allumfassender Begriff, der sowohl zur benennung von Geschlechstunterschiede als auch von Begehren und Wollust verwendet wurde. Erst später wurden die Begriffe “Erotik“ und „Liebe“ vom Sexualitätsbegriff getrennt. (In Anlehnung an Christin Sager)

In der Sexualität wird die Geschichte eines Menschen als geschlechtliches Wesen sichtbar. Wie jemand Sexualität (er-)lebt, ist abhängig von der Geschlechtsidentität. Also von allen Erfahrungen, die ein Mensch mit seiner Männlichkeit, Weiblichkeit oder Transgeschlechtlichkeit macht und schon gemacht hat. In der Sexualität werden die Beziehungsgeschichte und die damit verbundenen Bedürfniserfahrungen eines Menschen sichtbar. Real oder in der Phantasie, vollzieht sich Sexualität in Beziehungen – zu anderen Menschen und zu sich selbst. Darin kann Zurückweisung, Scheitern oder Beschädigung stattfinden. Alle diese Erfahrungsbereiche beeinflussen sowohl die sexuelle als auch die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen. Sie prägen seine Sexualität und seinen Charakter. (In Anlehnung an Gunter Schmidt)

«Sexualität nicht nur eine Mitgift unserer biologischen Natur, sondern weit mehr ein Produkt unserer Kultur und unserer persönlichen Bildung ist. Wir lernen im Laufe unseres gesamten Lebens, auf eine mehr oder weniger differenzierte Weise sexuell zu sein, und entwickeln dabei individuelle Formen des Empfindens und Verhaltens. Es gibt heute eine Viefalt von sexuellen Kulturen oder „Sexualitäten“, die nebeneinander bestehen und sich je nach sexueller Identität,sozialer und ethnischer Herkunft, Alter, sexueller Szene u.a. deutlich unterscheiden. Diese Vielfalt gilt es zu respektieren»
– Karl Heinz Valtl

«Sexualität ist sowohl sozial geformt als auch individuell kultiviert. Sie zeigt sich – je nach Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung und gesellschaftlichem Umfeld – in einer Vielfalt sexueller Lebens- und Ausdrucksformen, die neben- und nacheinander gelebt werden können. Jugendliche und Erwachsene werden dadurch im Verlauf ihres Lebens immer wieder erneut zu bewusster Entscheidung für eine sexuelle Lebensform herausgefordert»
– Institut für Sexualpädagogik isp, Dortmund

«Sexualität lässt sich nicht beliebig formen und instrumentalisieren – beispielsweise für unsere Vorstellungen von Liebe. Sexualität ist eine anarchische Kraft. Sie ist exzessiv und überfliessend, rücksichtslos und fordernd, anmassend und ja, aggressiv. Auch in theoretische Konstrukte lässt sich nicht zwängen, was ich sexuelle Präsenz nenne. (…) Sexualität kann man nicht haben. Sexualität ist eine Frage des Seins – anders gesagt: Ich kann nicht anders, als sexuell zu sein.
– Klaus Birnstiel

Zu Beziehung

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Menschenbild

Der Mensch strebt aus einer anfänglichen biologischen und emotionalen Abhängigkeit nach immer mehr Unabhängigkeit. Er greift zunehmend aktiv in die Gestaltung seines Lebens ein, übernimmt Verantwortung für sich selbst sowie die Beziehungen und Gemeinschaften, in denen er lebt.

Der Mensch besitzt grundlegende Wachstumskräfte und eine Tendenz zur Selbstaktualisierung, welche neben der Befriedigung primärer Bedürfnisse, dem andauernden persönlichen Wachstum und – im kontinuierlichen Austausch mit der sozialen und dinglichen Umwelt – der weiteren Entfaltung und Ausdifferenzierung vorhandener Fähigkeiten dient.

Menschliches Leben und Handeln ist sinnstrukturierend und zielorientiert. Es ist geprägt einerseits von der ihn umgebenden und beeinflussenden materiellen Umwelt, andererseits von humanistischen Wertvorstellungen wie Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde.

Der Mensch ist ein spirituelles Wesen. Die Suche des Einzelnen nach Sinn und Erfüllung, zielt über die eigene individuelle Existenz hinaus.

«Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist auch Teil des Universums. Er ist darum autonom und interdependent. Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewusstsein der Interdependenz (Allverbundenheit)»
– Ruth Cohn

«Ehrfurcht gebührt allem Lebendigen und seinem Wachstum. Respekt vor dem Wachstum bedingt bewertende Entscheidungen. Das Humane ist wertvoll, Inhumanes ist wertbedrohend»
– Ruth Cohn

«Freie Entscheidung geschieht innerhalb bedingender innerer und äusserer Grenzen. Erweiterung dieser Grenzen ist möglich»
– Ruth Cohn

«Der springende Punkt scheint mir darin zu liegen, dass erst durch den Eintritt in die Sozial- und Dingwelt Intentionalität, Gerichtetsein auf etwas, möglich wird und damit Unterscheidung, Selbstbewusstsein und Kommunikation. Da dieses Gerichtetsein beim Menschen offenbar nur in wenigen Punkten instinktgeleitet ist, liegt in ihm über alle Gebundenheit und Nachahmung hinaus auch ein Moment der Freiheit: des Strebens, des Versuchens und Erfindens. Es ist die Freiheit des Anfängers: das Offensein auf das Künftige hin, aus dem heraus in einem sozialen Spiel- und Lernprozess nicht nur Welt- und Selbsterfahrung angeeignet, sondern auch Welt- und Selbstsein hervorgebracht werden. Diese zugleich lernende und spielende Produktivität scheint mir das zentrale Signum menschlicher Existenz zu sein. Ich nenne es, in Anlehnung an das Wort Geburt, Geburtlichkeit»
– Hans Saner

«We are all visitors to this time, this place. We are just passing through. Our purpose here is to observe, to learn, to grow, to love … and then, we return home»
– Sprichwort der Australischen Aborigines